Zurück

Das neue Buch "Feuer und Blut" seit 19.11.18 erhältlich  ›

Über die Aussprache in den Hörbüchern


Das Lied von Eis und Feuer

Ein kleine Editionsgeschichte der Hörbücher

George R.R. Martin hat mit Westeros eine komplexe Welt mit eigener Geografie und Geschichte ersonnen und sich mit Das Lied von Eis und Feuer einen Platz in der ersten Reihe der Fantasyautoren gesichert. 1997 erschien mit Die Herren von Winterfell der erste Band seiner Saga auch auf Deutsch. Zwischen 2008 und 2009 folgten die Hörbücher zu den bis dahin erschienenen acht Bänden. Die Ankündigung des neunten Buches für das Jahr 2011 nahm man zum Anlass, die ersten Teile in einer neuen einheitlichen Übersetzung herauszubringen. Waren zu Beginn der Reihe noch englische und deutsche Namen in den Büchern zu lesen, so lag zum Beispiel Eastwatch by the Sea direkt neben der Seehundsbucht, folgten die Neuausgaben einer einheitlich deutschen Übersetzung.

Der Penhaligon Verlag machte sich diese Entscheidung damals nicht leicht, gab es doch Punkte, die für die Beibehaltung der englischen Namen sprachen und welche, die klar für eine Vereinheitlichung auf Deutsch standen. So ließ sich George R.R. Martin nach eigenen Angaben beim Schreiben durch die Geschehnisse der Rosenkriege in England inspirieren. Also Englisch? Nein. Die Romane spielten ja nicht in England, sondern in einer Fantasy-Welt. Diese folgt ja nicht zwingend der englischen Sprache. Und warum sollten bedeutungsvolle Namen, wie Hightower oder Blackwood ihre Strahlkraft verlieren, wenn sie als Hohenturm oder Schwarzhain in die Saga eingingen? Man entschied sich also für eine einheitliche deutsche Übersetzung, die seit Band 9 auch so fortgesetzt wird.

Für die Hörbücher kam die Neuübersetzung allerdings nicht mehr in Frage, diese waren ja schon vorher von Reinhart Kuhnert eingelesen worden. Doch wie Hörbuchfans wissen, sind auch sie in einheitlicher Übersetzung zu hören. Nur eben in der Übersetzung der ersten acht Bände, denn auch alle weiteren Bände wurden und werden in Aussprache und Übersetzung an die Bände 1 – 8 angepasst.


Sprecher Reinhard Kuhnert zu den Besonderheiten der Hörbuchfassung

 

Ein großes Thema bei den George R.R. Martin-Fans ist immer wieder die Aussprache der Namen in der Hörbuchfassung von Das Lied von Eis und Feuer, die sich von der deutschen Synchronisation der Verfilmung unterscheidet. Wie kam es dazu?

Die Aufnahme des Hörbuches begann schon 2007, also lange vor der Fernsehverfilmung mit den eingedeutschten Namen. Wir haben uns seinerzeit dazu entschieden, die englischen Namen beizubehalten, wegen des einheitlichen Hörerlebnisses. Ich denke wir sind damit ganz gut gefahren.

 

Ein weiteres Thema ist die Übersetzung der Namen. In der ursprünglichen, ersten Übersetzung von Das Lied von Eis und Feuer, auf der auch die Hörbuchausgabe basiert,  wurden viele englische Namen beibehalten, inzwischen sind die meisten Namen in der Buchausgabe eingedeutscht. Für die Hörbücher haben Sie Rückübersetzungen ins Englische vorgenommen, aktuell auch für Feuer und Blut. Warum war das wichtig, warum ist die englische Version für das Hörbuch besser?

Ich weiß nicht, ob es besser ist. Für mich war es jedenfalls notwendig, weil es um das Verständnis der Geschichte geht und wir sind den Hörern gegenüber verantwortlich, dass sie der Geschichte mit Vergnügen folgen können. Es gab eine ganze Reihe von englischen Namen, die ich dann auch gelassen habe. Bei mir hieß der Mann dann nicht Graufreud, sondern nach wie vor Greyjoy. Und Altsass war wieder Oldtown, wie es bei 16 Büchern schon gewesen war. Denn man darf eines nicht vergessen, zum Beispiel auch Königsmund, das im Original King’s Landing heißt, war für mich insofern ganz interessant, weil bei dem jetzigen Buch erhellt sich mir der Sinn, warum es King’s Landing heißt, weil es der Ort war, an dem der König das erste Mal gelandet ist.

Wie auch immer, die Hörer waren über 16 Bücher an eine englische Aussprache gewöhnt und wir sprechen von mehreren tausend Seiten und es wäre verwirrend gewesen, plötzlich die deutsche Aussprache der Namen zu hören. Ich habe seinerzeit in einem Interview schon einmal gesagt, es wäre für mich seltsam, wenn ich nach dreiviertel des Buches „Tom Sawyers Abenteuer“ plötzlich lesen sollte „und Thomas Sägewerker strich den Zaun“. Ich denke, das wäre dann doch eher komisch, als dem Buch zuträglich gewesen.

Jedenfalls kann ich eins nur sagen, nachdem ich das Buch jetzt gelesen habe: Das war ein ganz schönes Stück Arbeit, aber die Betonung auf schön, wo das teilweise Unerhörte nun endlich zu Gehör gebracht wird. Darauf können sich alle Hörer freuen und ich wünsche im Grunde nichts als Vergnügen bei diesem neuen Werk von George R. R. Martin.

Von "Rosengarten" und "Highgarden"

Die originale Namensaussprache in den Hörbüchern

Pfeil links